Besucherwochen auf der ToSiMotu

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673 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Nach der Ruderinstandsetzung und wunderschönen Sommertagen in den Schären und in der Stadt Kalmar, den Häfen Simrishamn und Abbekas mussten wir Strecke machen damit wir am 5. August pünktlich in Kopenhagen in der Wilderplats Marina mitten in der Innenstadt ankamen um tags darauf Thomas jüngste Tochter Livke in Empfang zu nehmen. Livke wollte die nächsten 5 Tage mit uns verbringen. Nach einem ausgiebigen nach- Geburtstagsfrühstück mit vielen Leckereien für Livke ging es auf eine Stadttour durch Kopenhagen. Kopenhagen eine wunderschöne, bunte, voller Lebensfreude ausstrahlende junge Stadt, begeisterte uns vom ersten Augenblick. Wenig Autoverkehr, dafür umso mehr Leute unterwegs auf  Fahrrädern, viele bunte Häuser und verwinkelte Straßen, eine alt moderne Stadt in der sich das junge sommerliche Treiben  insbesondere auf den Plätzen an den Kanälen abspielte.

Die folgenden Tage hatten wir mit Livke viel Abwechselung. Über Skanör, ein Hafen mit einem wunderschönen Sandstrand direkt am Hafen gelegen, an der Südwestspitze von Schweden, ging es weiter über Malmö und zurück nach Koppenhagen. Empfehlen können wir für einen Besuch in Malmö die Dockan Marina. Eine in den letzten Jahren neu entstandene Marina in einem ehemaligen Trockendock gelegen, inmitten einer neu entwickelten modernen Hafencity. Von hier aus ist die Innenstadt Malmö fußläufig sehr gut zu erreichen. Wir selber sind auf diese Marina durch eine niederländische Reisebekanntschaft, die wir einige Tage zuvor kennen gelernt hatten, aufmerksam gemacht worden. Wir stellten zunehmend fest, das die Segelcommunity für uns umfangreicher wurde und funktionierte. Empfehlungen geben und Empfehlungen bekommen, Erfahrungen weitergeben und mit Erfahrungen anderer Segler versorgt zu werden, wie wunderbar ist die Gemeinschaft Gleichgesinnter. Livke nutze die Segeltörns selber zu steuern, was sie sichtlich genoss. Viel zu schnell ging die gemeinsame Zeit mit ihr vorbei und so stand für sie am Sonntag Abend der Heimflug an.

Für uns hieß das an dem Tag „fliegender Wechsel“ und neue Crewmitglieder an Bord zu begrüßen. Tanja und Catrin, Susi ´s Freundinnen, hatten sich angekündigt und wollten uns die folgenden neun Tage auf unserem Törn nach Cuxhaven begleiten. Leider gestaltete sich der Hochsommer streckenweise als Spätherbst, sodaß wir teilweise Törns bei bis zu 8 Windstärken und 3 Meter hohen Wellen machten, was sich für die Beiden anfangs durchaus als sehr „gewöhnungsbedürftig“ heraus stellte. Aber dank Superpepp Tabletten ereilte keinen der Crew das Allerschlimmste. Den Bikini hatten die Zwei vergebens eingepackt, dafür wurde alles was sich im Koffer befand übereinander angezogen um auf den teilweise 13 Stunden Törns dem kalten Wind und den immer wieder aufkommenden Regenschauern zu trotzen. Beide haben sich allen Wiedrigkeiten zum Trotz super geschlagen, alles tapfer ertragen und jeder hat erfolgreich seinen Teil zum Gelingen dieses Törnabschnitts beigetragen. So das wir zwar keinen sommerlichen aber dennoch kurzweiligen, gemeinsamen und schönen Törn hatten.

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Glück im Unglück

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699 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Todesmutig stieg Thomas in seinem Neopren in die 20 Grad kalte Ostsee um unser Ruder abzutauchen. Es war Mittwoch, der 24.07.2019 09:44 Uhr, in einer Schärenbucht irgendwo im schwedischen Nirgendwo. Als er auftauchte schaute er mich schockiert an und sagte: „Du willst nicht wissen, was ich gerade gesehen habe…!!!“
Wir hatten schon zwei Tage vorher gemerkt, dass mit dem Ruder etwas nicht stimmte. Es war etwas schwergängig und fing irgendwann an zur Backbordseite hin leicht zu blockieren. Da wir keine Grundberührung hatten, was hier in den Schären, wegen der vielen Steine die oft kaum erkennbar, knapp unter der Wasseroberfläche liegen, gar nicht so selten vorkommt, vermuteten wir, dass sich ein Seil oder Ähnliches in der Ruderanlage verfangen hatte. Leider weit gefehlt. Unser Ruder war, wodurch auch immer, aus der unteren Aufhängung gehebelt worden und hing an der Rumpfbefestigung, ca. 15 cm nach Backbord verbogen, neben dem Kiel. Ach du Sch…..! Was jetzt???? Das Boot muss aus dem Wasser! Wo ist der nächste Hafen mit einem Kran der 13 Tonnenschiffe heben kann???? Wie weit können wir überhaupt mit dem kaputten Ruder noch fahren???? Lässt sich das reparieren???? Ist unsere Reise hier vielleicht schon zu Ende???? Mittelschwere Panik machte sich in uns breit. Sowohl auf unseren Seekarten, als auch in Google konnten wir keinen passenden Hafen finden. Arkösund wäre ca 15 sm weg gewesen aber es war für uns nicht herauszubekommen, ob der Kran der Ortsansässigen Werft auch Schiffe unseres Gewichtes kranen kann. Was also tun???? Auf gut Glück diese Strecke zurück fahren? Da hatte Thomas eine Idee. Kurzentschlossen paddelten wir mit dem Dingi rüber zu zwei schwedischen Booten, die mit uns in der Bucht lagen. Vielleicht kannten sie sich ja hier in der Gegend aus.
Thore von der „Ulla Margaretha“ hörte sich unsere Geschichte an, nickte und sagte: „In unserem Hafen gibt es eine Kran der das kann. Das ist keine 2 sm von hier. Wir brechen eh in etwa einer Stunde hier auf, dann könnt ihr hinter uns her fahren.“ Er gab uns die Handynummer des Werftbesitzers den wir sofort anriefen. Johan war zwar gerade im Urlaub aber für ihn kein Problem, er würde einem Kumpel Bescheid sagen, der könnte uns dann heute noch kranen. Wenn wir es nicht selbst reparieren könnten, wäre er allerdings erst am Samstag wieder da, um sich den Schaden anzugucken.
Wow, was für eine plötzliche Wendung. Heute noch kranen in einem 2 sm entfernten Hafen den es laut unseren Karten und laut Kartenplotter gar nicht gibt…?!?! Vielleicht können wir das Ruder ja tatsächlich selbst reparieren, wenn nicht, müssen wir halt bis Samstag oder falls Ersatzteile bestellt werden müssen, bis Anfang nächster Woche dort liegen, was natürlich unser Vorhaben, am 05.08. in Kopenhagen zu sein, um Thomas Tochter Livke an Bord zu nehmen gefährden könnte, aber mit kaputtem Ruder könnten wir ja auch nicht weiter… Wir sagten also unserem Bootsnachbarn, wie auch dem Werftbesitzer zu.
Eine Stunde später tuckerten wir der „Ulla Margaretha“ hinterher mit Echolot und angehaltenem Atem, denn laut aller unserer Karten fuhren wir auf ein Nichts zu, das in 1 Meter Wassertiefe lag. Plötzlich tauchten Fahrwassertonnen auf und kurz darauf konnte man Masten sehen. Unglaublich! Es gab diesen Hafen, der in keiner Karte steht tatsächlich. Und da stand wirklich ein Kran und auf dem Kran stand eine Tonnenschild mit einer wunderbar große n 16. Was für ein Glück!!! Wir riefen Johan an, der sofort seinen Kumpel schicken wollte. Kurz drauf kam noch Thore mit seiner Frau und fragte besorgt, ob wir genug zu essen und zu trinken hätten. Der nächste Ort und Supermarkt wäre 20 km weg und es gäbe hier draußen keinen Bus. Sie könnten uns gern was besorgen, gaben uns ihre Handynummer und sagten, wir könnten jeder Zeit anrufen, wenn was wäre… Sie wünschten uns viel Glück für die Reparatur. Unfassbar, diese Schweden…!!! 😍 Endlich kamen unsere Schnapsfläschchen zum Einsatz, die wir auf Anraten von unseren Freunden Sanni und Jens gekauft hatten und die, als „Dankeschön“ bei den von hoher Alkoholsteuer geplagten Schweden, allgemein sehr gut an kommen.
Kurz drauf kam Patrik. Der tiefenentspannte, junge Mann tüftelte nun fast zwei Stunden mit uns zusammen am Kran und am Boot herum. Er hob unsere Tosimotu mindestens 15 Mal ein Stück raus und wieder rein ins Wasser während wir die Tragegurte hin und her schoben, ein Stag nach dem anderen lösten, bis endlich alles passte und die 13 Tonnen sicher aus dem Wasser an Land auf den Bock gesetzt werden konnten. Puh, und das alles bei gefühlten 50 Grad im Schatten. Wir tranken mit Patrik noch ein wohlverdientes Bier und schenkten auch ihm zwei Dankeschön-Fläschchen, bevor er wieder zur Arbeit fuhr.
Ein kritischer Blick auf das verbogene Ruder ließ bei uns Hoffnung aufkeimen, es selbst reparieren zu können. Hohle Klopfgeräusche sagten uns, dass kein Wasser ins Ruder eingedrungen war und da auch die Ruderwelle nicht beschädigt zu sein schien, trauten wir uns das Ruderblatt ganz vorsichtig, um keinen weiteren Schaden an der verbogenen Aufhängung zu provozieren, Stück für Stück wieder zurück zu biegen. Wir hoben von innen den Koker an, und setzten das Ruder wieder auf den Metalbolzen, von dem es runtergesprungen war. Plötzlich klopfte es von außen an den Rumpf. Ein anderer Kumpel von Johan hatte gehört, wir hätten Probleme mit dem Ruder und er war vorbei gekommen um zu gucken, ob wir Hilfe bräuchten. Dieser Freund fand dann auch den Ablass der Fettleitung der Stopfbuchse, um das Ruder wieder runter zu lassen, damit es nicht wieder von dem Bolzen springen kann. Natürlich wollte er kein Geld, er sein nur so vorbei gekommen um uns zu helfen… Ich sagte glaube ich schon: Unglaublich, diese Schweden…😍!!! Nachdem wir auch ihm mit unseren Flüssiggeschenkchen eine Freude machen konnten, riefen wir wieder bei Kran-Patrik an, der versprach, in etwa einer Stunde zu kommen, um uns wieder ins Wasser zu lassen. Wir kontrollierten von innen und außen genau ob nirgendwo Wasser eindringt, aber alles war dicht. Einen kurzen Schreckmoment gab es allerdings noch, als sich der Kran plötzlich nicht weiter in Richtung Wasser drehen wollte, weil sich ein Zahnrad verklemmt hatte. Thomas und Patrik konnten aber Gott sei Dank durch kräftiges Ziehen an den Festmachen, wodurch sie den Kran und unser Boot per Muskelkraft drehten, die Blockade wieder lösen. Der Rest des Zuwasserlassens ging dann super schnell! Als wir nach der Bezahlung fragten, sagte Patrik, dass Johan uns die Rechnung mailen würde, wir sollten nur unsere Mailadresse da lassen…!?!? In Deutschland wäre sowas kaum denkbar. Hier in Schweden hingegen wird Vertrauen gross geschrieben und scheinbar selten missbraucht.

Um 19:15, nicht mal 10 Stunden nach unserer schockierenden Feststellung vom Morgen, ließen wir, geschafft aber glücklich und unendlich erleichtert darüber, soviel Glück im Unglück gehabt zu haben, den Anker in der Nähe unserer Ankerbucht vom Morgen fallen. Wir waren noch immer ganz geflashed von so viel Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und entspannter Gelassenheit die uns heute wie selbstverständlich von all diesen tollen Menschen aus Schweden entgegen gebracht wurde. Vielen Dank nochmal an Euch alle aus dem „Secret-Habour“ mit dem Namen Björnö!!!

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Stockholmer Schären-Liebe

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699 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Wie versprochen gibt es hier nochmal ein Schären-Special.
Schwedische Eiszeit-Überbleibsel in ihrer schönsten Form finden sich für unseren Geschmack tatsächlich im Umkreis von ca 40 sm in der Nord-Ost/Süd-Ost Ausdehnung, vorgelagert vor Stockholm. Dieser Mix aus schroffen, kahlen, bemoosten Felsen, manche bewachsen mit flachen Sträuchern, Gräsern und Wildblumen, wieder Andere mit Kiefern oder Laubbäumen oder beiden, mal wie ein Dickicht, mal nur Einzelne Bäumchen. Man sieht kleinste Inselchen nicht größer als unser Schiff, mittlere Inseln mit und ohne diesen süßen Schwedenhäuschen, perfekt im Detail abgestimmt aufs obligatorische Saunahäuschen, da sind 20 Meter hohe und dann wieder ganz flache Inseln mit schwarzen, hellen oder rötlichen Steinen, teilweise so groß wie ein Blauwalrücken. Die Steine sind so wunderbar sanft abgerundet und trotz ihrer kargen Gestalt nie bedrohlich, immer einladend zu einer Sitzpause mit ihrer Weichheit und der Wärme die sie über den Tag gespeichert haben. Am meisten geliebt haben wir die Buchten, die wir für uns allein hatten. Geankert wird hier in Schweden eh wenig, die meisten Einheimischen legen lieber an den Schären selbst an. Gut für uns. Diese Idylle und dieses Gefühl diese wunderschöne Natur ganz allein für uns zu haben war wunderbar. Am Ankerplatz mit dem Dingi die Inseln zu erkunden und immer wieder von Neuem überrascht und angetan zu sein von dieser kargen Schönheit, nach einem heißen Tag im kühlen, klaren Wasser zu baden, Abends die Sonnenuntergänge zu genießen, einer schöner als der andere, morgens als erstes von Bord zu springen um sich den Schlaf aus den Augen zu waschen…., HERRLICH!!! Genau das was wir uns erhofft hatten, besser sogar!!! Es ist allerdings zu bemerken, dass das Baden erst seit zwei Wochen möglich. Jetzt haben wir gut 21 Grad Wassertemperatur, davor war es wegen des recht unbeständigen Wetters teilweise nur 14 Grad. Dafür wird die Wasserqualität der Ostsee durch die Wärme schlechter. Von Tag zu Tag nehmen die Algen zu, die tun zwar nix aber schränken trotzdem die Lust aufs Baden ein, trotzdem haben wir bisher immer ein schönes Plätzchen zum plantschen gefunden.
Wir können nur sagen, schaut euch die Bilder an, die sprechen für sich, wenn euch das so anspricht wie uns, dann fahrt in die Stockholmer Schären. Und wenn ihr keine 3 Monate Zeit habt, chartert Euch für zwei Wochen ein Boot ab Stockholm. Ihr werdet es lieben!!!!

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Stockholm

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708 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Auf unserer Reise sollte natürlich ein ausgedehnter Besuch Stockholms nicht fehlen. Außerdem wollten wir hier meine Tochter Luisa in Empfang nehmen, die aus Düsseldorf geflogen kam, um unsere Crew für fünf Tage zu verstärken. Bereits zwei Wochen vor unserer Ankunft in Stockholm hatten wir sehr unkompliziert über die Hafenreservierungsplattform Dockspot im Wasahafen vorreserviert. Dies stellte sich als nur geringfügig teurer aber als sehr komfortabel heraus, was die Sicherheit betraf, im Zentrum des überlaufenen Stockholms einen Liegeplatz zu bekommen und die schojenfreie Lage im Wasahamnen selbst.
Die südöstliche Einfahrt nach Stockholm ist wirklich Eindrucksvoll. Durch immer enger werdende Fahrwasser (teilweise kann nur jeweils ein Schiff die Enge passieren) fährt man entlang einer immer dichter werdenden Bebauung. Zur Rechten und zur Linken liegen Unmengen wunderschöner (Schweden-) Häuser teilweise hoch oben auf den Schären, verbunden über ellenlange, gewundene Treppen mit ihren privaten Bootsanlegern, der Badeplattform und dem obligatorischen Saunahäuschen. Circa sechs Seemeilen vor dem Zentrum Stockholms werden die Wasserstraßen wieder breiter und es gesellen sich neben den Sportbooten auch Ausflugsschiffe, Fähren und Kreuzfahrtriesen hinzu. Kurz vor der Einfahrt in den Wasahafen öffnet sich der Blick auf die Stockholmer Innenstadt mit ihrer Fülle von imposanten und bestens restaurierten Prachtbauten die diese Stadt am Wasser so eindrucksvoll machen. Der Zentral gelegene aber trotzdem überraschend ruhige Wasahamnen liegt auf der Insel Djurgården, direkt am Vasamuseum, dem Freizeitpark Gröna Lund und dem ABBA Museum. Zu der berühmten Altstadtinsel Gamla Stan und zur Haupteinkaufsstraße Drottninggatan läuft man ca. 25 Minuten. Die Stadt ist im Sommer, allein schon wegen der vielen Kreuzfahrtschiffbesucher sehr überlaufen. Trotzdem kann man sich dem pompösen Flair dieser Stadt nicht entziehen und wir raten jedem, der in diese Gegend kommt, unbedingt einen Abstecher hierhin zu unternehmen.
Wir waren trotzdem nicht traurig als es nach drei Tagen wieder hinaus in die Natur und die leider nicht mehr ganz so leicht zu findende Einsamkeit der Schären ging. Das guten Sommerwetter hatte mittlerweile auch den letzten schwedischen Sportbootbesitzer auf´s Wasser gelockt. Da wir aber eh lieber ankern, als an den Schären direkt mit Heckanker und Landleine fest zu machen, wie es gut 90% der Schweden am liebsten tun, finden wir auch in den volleren Buchten immer noch ein ruhiges Plätzchen. Aber dazu mehr im nächsten Eintrag.

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Tjockö, Björko, Högmarso, Storskär, Kroskö

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714 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Nur einige der Namen, der Inseln, die wir in den letzten Tagen besucht haben. Wir haben uns durch die Inselwelt treiben lassen und meist Morgens entschieden wo es dann als nächstes hingehen soll. Dabei war der Wind und die Wettervorhersage für die nächsten 24  Stunden hilfreich bei der Entscheidung, welche Bucht uns Schutz bietet für die Nacht vor Anker.
Wir bewegen uns seit vielen Tagen in einer absolut spektakulären Natur, von dicht bewaldeten Schären je näher wir nach Stockholm kamen, bis hin zu zerklüfteten kaum bewachsenen Inseln. Von größeren einzelnen Inseln bis hin zu ganzen Archipele mit kleinen, ganz kleinen, winzig kleinen und einzelnen Felsen, die aus dem Wasser ragen. Tückisch sind die Felsen, die dicht unter der Wasseroberfläche schlummern. Diese sind meist nicht zu erkennen wenn sie vom Wasser nicht umspült sondern überspült werden.
Einzig allein das Wetter hat uns in den letzten Tagen für bessere Bilder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der soviel gepriesene schwedische Sommer lässt weiter auf sich warten und fordert unsere Geduld. Zeigt sich dann mal die Sonne zwischen den tiefhängenden Wolken oder den über uns hinwegziehenden Regenwolken, zücken wir die Kamera und versuchen Erinnerungen fest zu halten. Bedeckter grauer Himmel, dunkles Wasser, graue Felsen und dunkelgrüne Wälder, alles erscheint ohne Sonnenlicht in dunkelen Farben und lässt uns keine schönen Fotos machen. Da erscheinen selbst die sonst im Sonnenlicht so farbenfrohen Häuser an den Ufern triste. Auf der anderen Seite hat das den Vorteil, dass noch nicht so viel Betrieb und Trubel herrscht, obwohl hier seit Mitte Juni die Sommerferien begonnen haben. Wir wurden schon früh auf unserer Reise darauf hingewiesen, dass die Schären um Stockholm sehr voll seien und oft ab dem frühen Nachmittag kein Platz mehr zu bekommen sei. Das können wir bisher nicht bestätigen und die Warnungen trafen nicht zu. Wir waren in den meisten Buchten und Inseln alleine. Wir konnten kommen und fahren, ohne uns über einen Ankerplatz Gedanken machen zu müssen.
Zum Abschluss unserer ersten, ausgedehnten, Inseltour durch die nördliche Schärenwelt von Stockholm sind wir dann in Richtung der schwedischen Hauptstadt gefahren. Hier hatten wir uns einen Liegeplatz im Wasahamn via Internet über dockspot.se reserviert. Wir hatten gelesen, dass, dies nicht nur empfohlen wurde sondern wirklich notwendig sei, da dieser Hafen sehr gut gelegen in der Nähe der Innenstadt, im Sommer oft überfüllt sei und ohne Vorreservierung kaum ein Platz zu bekommen ist. Hier nehmen wir am 13.07. ein neues Crewmitglied in Empfang. Susi ´s jüngste Tochter Luisa besucht uns für 5 Tage.

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Klassische Rollenverteilung? Oder: Wie ich zum Brotbacken kam

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725 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Thomas hat mir vom ersten gemeinsamen Tag auf seinem Boot an vermittelt, dass wir Beide alle Aufgaben an Bord gleich-verantwortlich können und machen sollen, was ich ihm bis heute hoch anrechne, da er ja schließlich damals nicht wissen konnte, ob meine Geschichten auch wirklich stimmten, dass ich seit meinem 10. Lebensjahr segele, ein eigenes Segelboot habe und viele, viele Jahre und Seemeilen Erfahrungen auf den unterschiedlichsten Charterbooten ersegelt habe. Trotzdem musste ich feststellen, dass eine gewisse „Hauptverantwortungsverteilung“ an Bord gar nicht so schlecht ist. Aus diesem Grund habe ich die Verantwortung für unsere Sicherheit in erster Instanz vertrauensvoll an Thomas abgegeben, Klischee hin oder her, natürlich immer mit einem wachsamen Auge auf das was passiert und was er tut; und ohne Scheu zu sagen, wenn ich seine Entscheidungen bezweifele oder Situationen anders einschätze. Weil mich der Job der ersten Admiralin dann aber doch nicht ausreichend erfüllt, habe ich mir ein anderes, wichtiges Tätigkeitsfeld gesucht, (natürlich in der permanenten Fachdiskussion mit Thomas) nämlich die Verproviantiesierung, Lagerung und Haltbarmachung unserer Lebensmittel. Ebenso habe ich mich des Weiteren unserer möglichst lukullischen und abwechslungsreichen Verpflegung an Bord verschrieben. Auch wenn das vielleicht wieder dem gängigen Klischee entspricht, wobei ich sagen muss, dass auch Thomas ausgesprochen gut kochen kann und das an Bord auch tut, finde ich diese „ Hauptverantwortungsverteilung“ gut, sinnvoll und Früchte tragend. Ich habe zu Hause auch schon immer gerne gekocht und in der Küche experimentiert, aber trotzdem war ich eigentlich, wenn es sozial verträglich war, schon immer ein Convenience Foot Fan. Mit Lebensmitteln, deren Lagerfähigkeit und Haltbarmachung hatte ich mich bisher, dank Supermarkt um die Ecke und Kühl und Gefrierschrank, nie wirklich beschäftigen müssen. Plötzlich wurde jedoch die Praktikabilität an Bord immer wichtiger. Wir wollten ja auch dort gerne weiter genießen können, wo Infrastruktur, Beschaffungsmöglichkeiten und Kühlschrankkapazität stark eingeschränkt sind. Also war Umdenken gefordert. Ich war z.B nie der große Brotbäcker, gibt es doch überall lecker Brot, von Aldi bis zum Biobäcker, aber mangels Angebot am geliebten Ankerplatz, und um der Liebe zum Bütterchen am Morgen Willen, wird man halt erfinderisch. Dank Google bieten sich dem Backwilligen Unmengen an Rezeptmöglichkeiten. Meine, so zu sagen, fundamentale, erste Boot-Backquelle habe ich auf der Internetseite 4Reifen1Klo.de gefunden. Diese geniale Frau hat nämlich sozusagen, den Omnia Backofen zu uns an Bord gebracht. Ihr Kürbiskernbrot war mein erstes und vermutlich zwanzigstes Brot. Einfach nur genial! Die Zutaten schnell zusammen gerührt, kein lästiges „Gehenlassen“ und nach alles in allem einer knappen Stunde, hat man zum Frühstück sein mega leckeres, frisch gebackenes Brot. Irgendwann wurde ich mutiger, denn wir wollten Abwechslung. Kräuter folgten, dann verschiedene Mehlsorten, Nüsse, Früchte, selbst an mein eigenes Brotgewürz mit Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander (hab immer noch Oberarmmuskelkater vom Mahlen im Mörser) habe ich mich herangetraut. Es gab Pizzabrot und Zwiebelbrot als Snack und sogar Apfelkuchen. Was ich damit sagen will: KAUFT EUCH DIESEN OMNIA BACKOFEN! 45 Minuten auf kleinster Flamme auf dem Gas- oder Petroleumherd und ihr seid, (solltet ihr Brot-statt Müsliliebhaber sein) egal wo ihr seid auf der Welt, Brot-glücklich! In diesem Sinne:

Guten Appetit!

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Schlumpfenland

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730 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Seit einigen Tagen sind wir da. Da wo wir hin wollten, da wo wir verweilen wollen und da wo wir genießen wollen. Nach unseren ersten Schärenerfahrungen haben wir noch einen Zwischenstopp in Nynäshamn gemacht. Hier liefen wir Abends in einen bestens organisierten Hafen ein. Im abendlichen Sonnenlicht genossen wir noch unseren obligatorischen Anleger und wurden anschließend im Hafenbüro herzlich empfangen. Hier in Nynäshamn wollten wir am folgenden Tag ein letztes mal für die nächsten zwei Wochen unsere frischen Vorräte ergänzen, Wasser bunkern und uns Abends in einem der kleinen Restaurants am Hafen verwöhnen lassen. Für die nächsten zwei Tage versprach die Wettervorhersage noch sommerliche Temperaturen und Wind aus der richtigen Richtung, damit wir noch etwas weiter nach Norden geschoben werden konnten. Über unseren Seekarten sitzend und daneben den Schärenführer, planten wir noch zwei längere Törns bis zu unserem nördlichsten Punkt der Reise, die Insel Tjockö. Von dort aus wollen wir uns die nächsten zwei Wochen dann durch die Stockholmer Schärenwelt treiben lassen.

So ein Tagestörn durch die Schärenwelt, vorbei ein kleinen Felsen die aus dem Wasser ragen, kleine bewaldete Inseln, Inseln mit einem einzelnen Haus, eigenem Bootsanleger und einem Saunahäuschen und größere Inseln mit mehreren Häusern hinterlässt so viele Eindrücke, dass wir Abends müde sind von den vielen Erlebnissen. Manchmal kommt es mir so vor, wenn wir langsam an mehreren Häusern vorbei segeln, ruhig und nur vom plätschern des Wassers um das Boot herum begleitet, dass wir an einer Filmkulisse vorbei gleiten. Die Häuser wirken in ihren typischen Farben, rot, blau, gelb vom gleißenden  klaren Sonnenlicht angestrahlt, hier und dort versteckt hinter Bäumen auf uns als wenn wir im Schlumpfenland sind. So stellen wir uns das jedenfalls vor ,-)). Wir müssen uns jetzt nur noch etwas mehr trauen, abseits der größeren Fahrtrouten zu segeln. Dann werden wir bestimmt noch viel einsamere Inseln, abgelegenere Buchten und Ankerplätze finden. Aber wir merken, das mit jedem Tag Bewegung in den Schären die Sicherheit zunimmt. Wir uns mehr zutrauen und mehr wagen ohne jedoch die navigatorische Sorgfalt außer Acht zu lassen.

Die vielen tausenden Inseln und jede davon ist anders und hat ihren eigenen Chrakter, lassen sich nicht beschreiben. Deshalb starten wir erst gar nicht den Versuch sondern lassen Bilder sprechen.

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Mittsommer in Schweden

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736 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Mittsommer in Schweden! Die Mythen und Geschichten zu diesem Fest kannten wir bisher nur rudimentär. Jetzt, wo wir also endlich in Schweden angekommen waren und die neuen Batterien zuverlässig Strom lieferten, wollten wir natürlich das wichtigste Fest der Schweden, sogar wichtiger als Weihnachten, ausgiebig mitfeiern. Blumenkränze flechten, singen und mit den fröhlichen Schweden ausgelassen um den „Maibaum“ tanzen, Kötbullar und Sild essen und mit jedem Einzelnen freundschaftlich mit Schnaps auf „Mitsommar“ anstoßen….. So, oder zumindest so ähnlich hatten wir uns das ausgemalt. Dummer Weise hatten wir uns um einen Tag vertan… Es gibt nämlich Mittsommertag und Mittsommerabend… Der Mittsommertag ist jedes Jahr an dem Samstag der dem 21.06. am nächsten liegt und ein Feiertag an dem die Schweden, schenkt man bösen Zungen Glauben, wohl vor allem ausnüchtern. Das eigentliche Fest, so wie wir es erleben wollten, findet allerdings am Freitag davor, ab Mittags statt. Da waren wir hingegen gerade noch unterwegs vom Batteriewechsel in Kalmar nach Sandvik auf Öland. Als wir dann gegen 16 Uhr im Hafen von Sandvik festgemacht hatten, war der offiziell Teil schon längst vorbei und die Familien und Grüppchen zerstreuten sich in alle Richtungen, um im kleinen Kreis am Strand, am Camper, auf dem Boot oder im Garten unter sich weiter zu feiern. Hm…, dann halt nicht…, Schnaps können wir schließlich auch allein trinken und lustige Schweden werden wir sicher ein Andermal noch kennen lernen. Wir hatten trotzdem einen schönen Mittsommerabend in Schweden, ich hab mir mein Blümchenkleid angezogen, dann haben wir einen Spaziergang durch das süße, kleine Örtchen gemacht, ich habe mir auf dem Weg 7 Wildblumen gepflückt (muss man in der Mittsommernacht unter das Kopfkissen legen, dann träumt frau von ihrem Traumprinz, hat geklappt… 😉 ) und im Anschluss haben wir es uns mit allerlei Leckerchen, die wir in unseren Schapps gefunden hatten, in der Sonne im Cockpit gemütlich gemacht. Gott sei Dank hatten uns unsere Freunde Franca und Marco zum Abschied „Das kleine schwedische Schnapsliederbuch“ geschenkt. So konnten wir auch noch ein paar Trinklieder dazu trällern.

Apropos 7 Wildblumen. Ich komme ja von der Grenze Rheinland/Ruhrgebiet und wohne relativ ländlich. Ich habe mich in den letzten Jahren gewundert wo unsere Insekten und Vögel geblieben sind. Jetzt weiss ich es. Die sind in Schweden und ich kann das gut verstehen. Es gibt hier an JEDER Ecke Wildblumen aller Art und Couleur. Wunderschön anzusehen, sehr beliebt für Insekten und eben diese wieder sehr lecker für Vögel. Vielleicht sind die Schweden nicht so „ordentlich“ wie die Deutschen aber ihr Ökosystem findet das „Unkraut“ am Wegesrand und in den Gärten und öffentlichen Plätzen scheinbar ganz cool. Sollten wir mal drüber nachdenken wenn wir wieder den Fugenauskratzer oder gar das Bayer-Zeugs aus der Garage holen…

Nach diesem, anders als erwarteten aber trotzdem schönen Mittsommerabend, entschlossen wir uns am Mittag, Sandvik gen Norden zu verlassen, um Byxelkrok anzulaufen. Ein, mit vor allem grossen Motorbooten gefüllter Hafen erwartete uns. Wir suchten uns ein letztes Plätzchen an einer Heckmooring, um den Ort zu erkunden und evtl ein nettes Restaurant für den Abend zu finden. Im Hafenhandbuch hatten wir gelesen, dass dieser Ort etwas touristischer ist als Sandvik. Nach einem Spaziergang durch den belebten Hafen entlang an Restaurants, die allerdings bei Weitem nicht mit der Idylle unseres Cockpits konkurrieren konnten, fanden wir dann doch noch, etwas abseits vom Hafen, ein Hotel-Restaurant mit einer wunderschönen Meerblichk-Terrasse und typischem Mitsommer-Buffet. Also hatten wir doch noch ein wenig Schweden-Tradition mitnehmen können… Am nächsten Morgen, nach einem etwas hampeligen Ablegemanöver, weil der Wind so blöd von der Seite kam, bei dem wir aber trotzdem unser Gesicht vor den dumm guckenden Motorbootfahrern mit ihren Bugstrahlrudern wahren konnten, segelten wir die knapp 10 sm in die Naturbucht von Grankullaviken, ganz an der Nordspitze Ölands. Mit uns verbrachten dort nur drei Boote die Nacht vor Anker. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, endlich unser Digi aufzupumpen, denn der erste Landgang von einem Ankerplatz aus stand bevor. An Land offenbarte sich uns ein total verfallener, alter Fähr- und Sportschiffahrtsanleger und jede Menge Wohnmobile. Aber auch eine wunderhübsche, naturbelassene Landschaft, mit einer grossen Vogelwelt.

Nach einer sehr ruhigen Nacht vor Anker, entschieden wir am nächsten Morgen beim Frühstück, mit einem weinenden Auge, auf Grund der, für die nächsten Tage angesagten Nordostwindlage, Gotland  von unserem Törnplan zu streichen. Dafür sollte es nun doch schon vorher in die Schären gehen. Wir planten für den Anfang einen 4 Stunden Trip in die Schären im nördlichen Kalmarsund und hatten uns mit Hilfe, des sehr zu empfehlenden Hamnguide, eine schnuckelige Ankerbucht, in hoffentlich purer Natur und Einsamkeit, ausgesucht. Bei der Einfahrt in die ersten Schären wurden unsere Erwartungen nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Eine wunderbare, neue Welt offenbarte sich uns mit jedem Meter, den wir tiefer in den Schärengürtel vorstießen. Meter für Meter tasteten wir uns im Schneckentempo, mit Seekarte und Plotter über die Untiefen, stets das Echolot genau im Auge. Aber alles lief perfekt. Sowohl die elektrische, als ich die Papierseekarte und natürlich der super Hamnguide 7 sind sehr genau! Unsere Ankerbucht war ein Volltreffer! Zu beiden Ufern blieben vielleicht noch 20 Meter Platz. Wir hatten wirklich das Gefühl, dass wir, seit dem Schmelzen der Gletscher vor Millionen von Jahren, die ersten Menschen sind, die hier hin kommen. Verrückt. Paddelnder Weise ging es an Land, um diese „neue Welt“ zu erkunden, um kurz nach dem Anlegen fest zu stellen, dass nach 10 Metern Laufen, kein Durchkommen mehr durch das Dickicht aus Büschen und Sträuchern war. Also auf zur nächsten Anlegemöglichkeit für unser Schlauchboot. Der zweite Versuch war dann von Erfolg gekrönt. Wir erklommen die skurrilen, runden, moosbewachsenen Felsen und hatten eine Traumblick über unsern kleinen Schärengarten. Wir waren selig! Thomas hatte später vom Schiff aus, natürlich seinen riesen Spaß, in dieser Kulisse ein paar Flüge mit seiner Drohne zu fliegen und hat wirklich eindrucksvolle Filme gemacht.

Die schwedischen Ostschären! Da wollten wir hin und da waren wir nun also angekommen und was soll ich sagen, es hätte uns wirklich nicht besser antreffen können. Alles richtig gemacht, scheinbar… 🙂 Wir sind gespannt wie es weiter geht, ihr hoffentlich auch. 😉

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Batteriewechsel

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740 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Kurzes Update!

Vor zwei Tagen haben wir festgestellt, dass unsere Batterien über Nacht zwar kaum Kapazität verloren hatten, jedoch die Spannung nur noch bei 10,5 Volt lag. Schnell war klar, die Batterien sind defekt. Also haben wir über die Frage gebrühtet, wie sollen wir damit umgehen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir in den nächsten Wochen überwiegend die Tage und Nächte vor Anker verbringen wollen. Denn das ist das, was wir neben dem Segeln am liebsten machen. Klar können wir uns mit unseren autarken Lademöglichkeiten gut mit Elektrizität versorgen, das hilft jedoch wenig, wenn die Batterien die Spannung nicht halten. Die Entscheidung war schnell gefällt, neue Batterien müssen her. Da auf dem Weg nach Norden, Kalmar die letzte größere Stadt auf dem Festland war, suchten wir im Internet dort im Hafen einen Händler aus. Laut seiner Webseite sollte er an diesem Tag von 09 – 18 Uhr geöffnet haben. Wir also um 08 Uhr abgelegt um etwa zwei Stunden später in Kalmar zu sein. Unterwegs kam uns der Gedanke, hat der heute am 21.06 überhaupt auf? Denn hier beginnen wohl heute Mitsommerfestvorbereitungen und das ist wohl das größte Volksfest in Schweden. Sicherheitshalber riefen wir vorher an, es antwortete der Anrufbeantworter. Unsere Stimmung trübte sich. Er rief kurze Zeit später zurück und die Stimmung erhellte sich merklich als er uns mitteilte, dass er die richtigen Batterien da hätte. Er wollte jedoch, wegen des Mitsommerfestes mit seiner Familie, zügig weg. Wir verabredeten die Modalitäten und nur wenig später liefen wir in den Hafen ein wo er uns schon erwartete. Eine schnelle Kaufabwicklung, Schleppen zum Boot, Aus- und Einbau, Schleppen zum Geschäft und nur rund eine Stunde später waren wir schon wieder auf dem Weg aus dem Hafen von Kalmar. Jetzt sind wir auf dem Weg nach Sandvik, dort wollen wir das morgige Mitsommerfest miterleben und freuen uns schon sehr!!

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Inselhopping

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741 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

In Rønne wurden wir morgens von der strahlenden Sonne geweckt, die unsere Kabine durch die Luken mit ihren wärmenden Strahlen und hellem Licht durchflutete. Ein erster Kaffee im sonnigen Cockpit ließ unsern Tag gut beginnen. Den Vormittag hatten wir uns frei gehalten da wir uns den Ort anschauen und im Supermarkt unsere frischen Lebensmittel auffüllen wollten. Abseits des quirligen Lebens auf dem Marktplatz war Rønne fast menschenleer. Man merkt, dass wir noch in der Vorsaison unterwegs sind. Auch die Häfen sind bisher noch recht leer. Rønne machte auf uns den Eindruck noch ein wenig verschlafen zu sein. Unter einem strahlend blauen Himmel zeigte sich Rønne mit seinen vielen bunten Häusern von seiner besten Seite. Hinter jeder Straßenecke änderte sich das harmonische Farbbild der Häuser mit ihren unzähligen Stockrosen davor und wir konnten uns gar nicht satt sehen an dieser fröhlichen Farbpracht. Leider waren wir vor der Blütezeit der Stockrosen vor Ort, sonst wäre der Anblick der Schwedenhäuschen vermutlich noch schöner gewesen. Nachdem wir voller Eindrücke und voller Einkaufstüten an Bord zurück waren und unseren Einkauf verräumt hatten, legten wir ab und setzten die Segel. Wir wollten um die Nordspitze von Bornholm nach Gudhjem auf die Ostseite von Borhholm.
Da, wenn man 3 Monate zur Verfügung hat, Zeit irgendwie keine wirklich wichtige Rolle mehr spielt und wir nicht zu einem festen Zeitpunkt im Hafen sein mussten, geschweige denn wollten, ließen wir uns trotz wenig Wind aber aus der perfekten Richtung von unserer Tosimotu ganz langsam nach Gudhjem segeln. Hier kam gleichzeitig mit uns noch ein historischer Frachtsegler, ohne Motorisierung, aus den Niederlanden an. Dieser brachte für die Einheimischen eine große Ladung Wein für ihr Mittsommerfest mit. Dementsprechend freudig und überschwänglich wurde er empfangen nach dem die bestimmt 25 Meter lange Nordlys unter großem Hallo in den kleinen Hafen von Gudhjem geschleppt wurde. Wir hatten den Eindruck, der ganze Ort war am Hafen versammelt um die Ankömmlinge zu begrüßen. Es wurde zur Feier des Tages gesungen und musiziert. Vor einem Restaurant am Hafen wurde auf einem großen Platz eine lange Tafel aufgebaut, um die Weinlieferanten (eine Crew, bestehend aus ca. 10 jungen Männern und Frauen zwischen 20 und 30, wie Bootsnachbarn meinten, ein Sozialprojekt) mit einem Festmahl zu empfangen. Für uns neigte sich nach einem ausführlichen Spaziergang und einem mal wieder unbeschreiblich schönen Sonnenuntergang der Tag dem Ende.

Am nächsten Tag wollten wir nur zu einem kurzen Schlag ablegen. Die Erbseninseln lagen auf unserer Route und sollten von uns nach 10 Seemeilen und dreistündiger Fahrt erreicht werden. Die Erbseninseln sind die östlichsten Inseln Dänemarks. Nach dem großen Bornholm eine so kleine Insel ohne Sraße, ohne motorbetriebene Fahrzeuge zu erleben wird sicher spannend. Lediglich mit zwei kleinen elektroberiebenen Raupenfahrzeugen wird hier auf den zwei kleinen Inselchen der notwendige Transport der ankommenden Güter über Stock und Stein organisiert. Auf diesen beiden mit wenigen Einwohnern bewohnten Inseln, die nur über eine kleine Fußgängerbrücke miteinander verbunden sind, bekommt der  Begriff „das Leben entschleunigen“ noch mal eine andere Bedeutung. Ein ausgiebiger Rundgang über Inseln ließen bei uns begeisterte Eindrücke, wunderschöne Bilder, aufgenommen mit den Augen und der Kamera zurück. Wir konnten uns an dem wunderschönen Flecke Erde gar nicht satt sehen. Den Abend ließen wir dann mit Stefan und Matthias ausklingen. Die beiden Berliner hatten wir Tage zuvor schon getroffen, wir waren uns auf der Fahrt über die weite Ostsee nach Rønne begegnet und hatten auch schon in Gudhjem zusammen im Hafen gelegen. Ein kurzweiliger und sehr lustiger Abend neigte sich mit der fast wieder aufgehenden Sonne dem Ende.
Wir wollten am nächsten Tag nach Utklippan und hatten 45 Seemeilen vor uns. Nach einer kurzen Nacht, legten wir um 10 Uhr ab. Geplant hatten wir mit neun Stunden Segeltörn und es entwickelte sich ein erneuter perfekter Segeltag. Bei halbem Wind und später Amwindkurs erreichten wir gegen halb sieben eine weitere, noch viel kleinere Insel, die der Südost schwedischen Küste vorgelagert ist. Hier empfing uns der Hafenmeister mit den Worten  „Schön, dass ihr da seid!“ in perfektem Deutsch. Es entwickelte sich ein ausführliches Gespräch mit Geschichten zu der Insel aber vor allen Dingen seiner eigenen Person. Klar wollten wir wissen was und warum es ihn auf solch eine einsame Insel verschlagen hat. Er sei eigentlich Renter und lebe mit seiner Frau in Spanien. Jedoch vermisste er in Spanien sehnsüchtig die schwedischen Sommer, welche ihm in Spanien eigentlich auch viel zu heiß sind. Und so wie es der Zufall will, besuchte er vor einigen Jahren seine Freunde, die auf einer der Schären bei Karlskrona ein Haus gekauft hatten und dabei kam zur Sprache, dass die Insel Utklippan derzeit unbewohnt sei und für die Sommermonate ein Hafenmeister gesucht würde. Kurzentschlossen und nach Beratung mit seiner Frau sind die beiden dann mit ihren Hunden auf die Insel gezogen. Dort bewirtschaften sie jetzt im Sommer den Hafen und auf der Südinsel betreiben die Beiden ein Café. Dort werden die Gäste bei frisch gebrühtem Kaffee, selbstgebackenem schwedischem Butterkuchen und auch gerne einem Gintonic begrüßt. Der kleine Hafen liegt auf der Nordinsel und ist mit der Südinsel nicht verbunden. Erreichbar ist das Café mit einem von drei Ruderbooten, die zur freien Verfügung stehen, gerne darf dort auch der Leuchtturm besichtigt werden.
Für uns ging es am nächsten Morgen weiter nach Norden, zu der nächsten Insel, nach Öland. 45 Seemeilen lagen vor uns bis nach Mörbylånga.  Hier war nur ein Zwischenstopp geplant der von Entfernung und Zeit passt, damit wir am 21.06 nach Sandvik im Norden Ölands segeln können. Denn dort wollen wir mit den Schweden Mittsommer feiern. Wir freuen uns schon sehr und sind gespannt auf dieses Fest, viel haben wir schon darüber gelesen und gehört.

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