… wieder aufgetaucht

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790 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Wir haben schon länger nichts mehr von uns hören lassen. Waren viel beschäftigt, unterwegs und fanden so nicht die richtige Muße für einen Blogbeitrag. Ein wenig treibt uns schon das schlechte Gewissen, jetzt doch noch etwas über die letzten Wochen unserer Erlebnisse und die Fortschritte zu berichten. Abgetaucht heist ja auch nicht verschwunden ;-).

Das Osterwochenende versprach perfektes Wetter. Ein erstes wirklich langes, warmes Wochenende war angekündigt. Der Wetterbericht konnte sich nicht irren und es trieb uns ein breites Grinsen auf die Lippen. Wir konnten es kaum erwarten los zu kommen. Das Auto voll gepackt mit Proviant und Material zum Schrauben brauchten wir uns nur anzuschauen und sofort war klar, dass bei diesen Bedingungen ein reines Arbeitswochenende ausfallen musste. Klar hatten wir auch noch Arbeiten zu erledigen, aber noch klarer war, dass wir viel mehr genießen wollten. Die Sonne sollte uns das ganze Wochenende verwöhnen und wir hatten das Bedürfnis, davon so viel wie möglich ab zu bekommen und an uns zu lassen.
So riefen uns die wärmenden Sonnenstrahlen schon morgens auf´s Vordeck. Schnell war die erste Tasse Kaffee gekocht, eine bequeme Sitzposition eingenommen. In der abgeschiedenen Ruhe eines kleinen Anlegers auf einer Insel im Grevelingen konnte der Tag beginnen. Ein frisch gebackenes Brot zum Ostersonntag bereicherte den gedeckten Frühstückstisch auf dem Vordeck. 
Es war herrlich anzusehen wie die Kinder begeistert auf dem Nachbarschiff die für sie versteckten Osterleckereien suchten, fanden und sich daran erfreuten.
Später ließen wir uns von leichten Winden zu einem Ankerplatz mitnehmen. Im seichten Wasser vergrub sich der Anker und Susi machte mit einem beherzten Sprung ins kühle Nass ihr erstes Salzwasserbad für dieses Jahr. Alle Achtung!!! Moch bekommt bei diesen Wassertemperaturen von 14 Grad niemand ins Nass. Selbst der Gedanke, nur schon einen Fuß ins kalte Wasser zu halten, lässt mich erschauern. Dafür bin ich nicht gemacht, schon gar nicht freiwillig. 
Bis spät genossen wir noch die warme Abendsonne die  über dem leicht gekräuseltem Wasser am Horizont verschwand und genossen die Ruhe bei einem Glas Wein.

Fazit des Arbeitswochenendes ,-) bisschen streichen, bisschen schrauben, bisschen verräumen und ganz viel genießen.

Das dann folgende Wochenende wurde dazu genutzt, die liegen gebliebenen Arbeiten nachzuholen. Wir sind jetzt soweit, dass das Schiff für unsere dreimonatige Reise zu den Stockholmer Schären sehr gut vorbereitet ist.
Mittlerweile sind auch alle notwendigen Seekarten, Hafenhandbücher und Schärenführer eingetroffen. Aber dazu noch näheres in einem späteren Blogbeitrag.

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Schaffen, schaffen, geschafft…

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814 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Bevor wir am Samstag Abend erschöpft und sehr müde in unsere Koje fielen, sagte ich noch zu Susi: „dies war ein sehr erfolgreicher Tag.“ Davor ließen wir den Abend bei Rotwein und Bratpaprika ausklingen, saßen im Salon und waren zu müde uns noch weiter zu bewegen. Aber zufrieden waren wir mit unserem Tagwerk. Trotz der gefühlt unendlich langen ToDo Liste hatten wir doch richtig viel erledigen können. Aber von vorne…

…ein herrlich warmer Frühlingsmorgen begrüßte uns. Wir verlegten den Genuß der ersten Tasse heißen Kaffee´s auf das Vordeck, ließen die Sonnenstrahlen unsere Haut wärmen und genossen die Ruhe des Morgens.
Die Umlenkrollen für die Vorsegel waren schnell auf die Genuaschienen geschoben, die Endkappen fest geschraubt und das Setzten der Rollgenua und der Kutterfock ging uns routiniert von der Hand. Danach sah ToSiMotu schon wieder sehr nach Segelschiff aus.
Die anschließende Montage unserer Windfahnensteuerung gestaltete sich einfach. Lediglich die Leinenführung zum Steuerrad im Cockpit verlangte Überlegungen und geringe Anpassungen.

Windpilot Pacific
Windpilot Pacific

Die Badeleiter durfte die Steuerleinen in ihrer freien Beweglichkeit nicht stören. Testen und fein justieren werden wir die Anlage dann zu einem späteren Zeitpunkt.
Für die neuen Solarpanele mussten Kabel verlegt werden, nicht schwierig aber aufwendig und alles musste so fixiert werden, dass im späteren Dauerbetrieb und bei Schiffsbewegungen keine Scheuerstellen und offenen Kabel entstehen können. Noch nicht abschließend  zufrieden sind wir mit der Befestigung der Solarpanele an der Reling. Da gibt es noch Optimierungsbedarf. Wir beobachten, überlegen und suchen nach Verbesserungen. Aber vielleicht kommen uns ja die Ideen im Betrieb. Es muss nicht alles sofort perfekt sein. Nach Verkabelung und Anschluss an den Laderegler staunten wir nicht schlecht, dass bei difuser Nachmittagssonne der Batteriecontroller 7AH Ladestrom anzeigte. Was wenn die Sonne klar von Himmel scheint? Damit sollte unser Energiemanagement für die Zukunft gesichert sein. Wir sind unserem Anspruch ein autarkes Leben führen zu können einem großen Schritt näher gekommen.

Nach einem solchen Tag mag ich gar nicht den Blick schweifen lassen. Im Schiff und auf Deck war es so was von unübersichtlich. Überall Werkzeug, Kisten, Kleinteile und Montagematerial. So hieß es schnell noch zu sortieren, zusammenpacken und wegstauen bevor es dunkel wurde.

Vieles war geschafft, gestrichene ToDo´s gaben uns ein gutes Gefühl und wir waren auch geschafft und zufrieden. Es geht weiter!

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Neue Teile, da lacht das Herz

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820 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff

Es geht weiter. Die Reparatur mit Hindernissen beim montieren der neuen Genuaschienen war abgehakt. Es fehlten noch die neuen passenden Umlenkblöcke für unsere Genua und Kutterfock.
In den letzten Tagen wurde der Lieferservice der Paketboten arg strapaziert und diverse Ersatzteile und neue Anbauteile geliefert.
Neben den Vorsegelumlenkblöcken wurden zwei Wechselrichter, 180W reiner Sinus und 1500W modifizierter Sinus geliefert.
Auch liegt unsere neue Windfahnensteuerung, eine Windpilot Pacific, bereit zur Montage. Wir wollen uns bei unseren Vorhaben nicht alleine auf einen elektrischen Autopiloten verlassen. Man stelle sich nur einmal vor, wir befinden uns bei einem längeren Törn weit weg vom Start- und Zielhafen und der elektrische Autopilot quittiert seinen Dienst. Handsteuerung 24/7 ?? …. nein danke, kommt für uns nicht in Frage. Deshalb, die unausweichliche Entscheidung für eine mechanische Windfahnensteuerung. Ausgestattet mit dem riesigen Vorteil, stromlos zu arbeiten und damit keine selbst zu produzierenden Ressourcen verbrauchen zu müssen.
Auch wenn unsere neuen Solarpanele sicherlich für ausreichend Energiezufuhr zusätzlich sorgen können, so soll doch die Pacific zukünftig zuverlässig ihre Arbeit leisten.
Ergänzt wird die elektrische Versorgung noch mit einem effizienten Hochleistungsregler.

Bis hierhin haben Susi und ich viele Stunden an langen Winterabenden diskutiert, was ist für uns unbedingt notwendig, was wäre schön zu haben und auf was können wir verzichten. Immer auch unter dem Gesichtspunkt können wir das alleine händeln und notfalls reparieren. Immer auch mit dem Gedanken, wir wollen autark leben und die Kunst liegt darin zu verzichten und es so einfach wie möglich zu gestalten.

Also es  gibt viel zu tun an den nächsten Wochenenden. Ideen haben, überdenken, verwerfen, neu überlegen, zusammen bauen, montieren, Kabel verlegen, anschließen, testen und zufrieden lächeln. Das alles noch bevor wir am 30.05 zu unserer dreimonatigen Generalprobe zu den Stockholmer Schären starten.

Wir berichten über die Fortschritte und unsere Erfahrungen.

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Die Segelsaison ist eröffnet

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846 Tage bis zum Umzug auf´s Schiff    

Start in die Saison 2019
1. kommt es anders und 2. als man denkt

Nach einem leider wetter- und schadenbedingten, segelfreien Winter, versprach der Wetterbericht am dritten Februarwochenende bestes Wetter für das Grevelingenmeer. Da unsere Sehnsucht nach Wasser unterm Kiel, Wind in den Segeln und Sonne im Gesicht mittlerweile auf ein kaum erträgliches Maß gestiegen war, wurden also kurz entschlossen Freitag Früh alle über den Winter zusammengetragenen Ersatzteile, Werkzeug, Wechselwäsche und ein paar Leckerchen im Auto verstaut und los ging´s gen Den Osse zu unserem Schiff, von uns auch liebevoll „unsere Insel“ genannt. Dort angekommen haben wir die ToSiMotu erstmal aus ihrem Winterkleid geschält und alles inspiziert. Nichts war kaputt oder nass, soweit so gut. Nun hieß es Heizung und Arbeitsklamotten an und loslegen mit unserem Vorhaben, die neuen Genuaschienen zu befestigen. Die 25 Jahre alte Steuerbordschiene war uns leider am Ende unseres Kanalinseltörns im August letzten Jahres, bei einer Böe ausgebrochen.  Da wir aber dieses Wochenende segeln wollten und zwar mir Genua, mussten wir jetzt ran. Leider stimmten die Bohrungen auf Deck aber nicht mit denen der neuen Schienen überein, weshalb die Befestigungsaktion letztlich, statt geplanter 3 – 4 Stunden, eineinhalb Tage dauerte. Die Krönung war dann, als wir am Ende feststellen mussten, dass auf die tollen, neuen und in all den Stunden, trotz aller Hindernisse, perfekt montierten Genuaschienen, die alten Blöcke nicht passten…. Egal!!! Jetzt  hatten wir schon einen Tag verloren, Wind war eh keiner, aber schon 16 Uhr, dann fahren wir eben ganz ohne Vorsegel und ziehen das Großsegel erst morgen auf. Hauptsache raus aus dem Hafen und nicht noch eine weitere Nacht in der Box bleiben. Also sind wir schön langsam in der untergehenden Sonne zu Insel Stampersplaat motort. So konnten wir zwar nicht segeln dafür aber fast alleine  in dem kleinen Naturhafen in unserem Cockpit sitzen und mit einem Grog, in völliger Stille und seligem Einklang mit der Natur, die Abendstimmung genießen. 

Nach einer draußen kalten, aber dank unserer Petroleumheizung und unseren sexy „Teletubbieanzügen“, drinnen schön warmen Nacht, haben wir im sonnigen Cockpit unter der Kuchenbude lecker gefrühstückt und anschließend in der prallen Februarsonne das Groß aufgezogen. Gegen 11 Uhr ging es dann endlich raus aus dem süßen Naturhafen (dieses Mal ohne Besuch der Minipferde) um ENDLICH, ENDLICH das erste Mal für diese Saison Segel zu setzten, wenn auch nur eins, und den Motor auszumachen. Oh mein Gott, welch unbeschreiblich schönes Gefühl das ist, beinahe lautlos über das Wasser zu gleiten, den Wind in Gesicht und Haaren zu spüren, die wärmende Sonne lacht dazu und bringt das leicht gekräuselte Wasser zum Glitzern. Ganz genau dafür machen wir das! Genau für dieses Gefühl frei zu sein, mitten drin in diesem großartigem Zusammenspiel von Wasser, Wind und Natur. Wir sind glücklich!!! Es wurde ein unbeschreiblich schöner, warmer, stiller und entspannter Tag auf dem Wasser, der uns mit seinen erst gut zwei, später null Beaufort, so herrlich entschleunigte. Die letzten zwei Stunden bis zum Sonnenuntergang haben wir uns genau zweieinhalb mal um die eigene Achse gedreht und uns einfach ein Teil dieser friedlichen Ruhe sein lassen. Was für ein grandioser Start in die Saison und das so ganz ohne Genua und Wind.

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